Die richtigen Suchbegriffe finden: 10 Schritte zum Erfolg

Suchbegriffe und Keywords finden
Wie sichtbar ist Ihr Unternehmen im Internet? Website-Check!
Manche Unternehmer erzählen mir stolz, dass sie auf Seite 1 bei Google sind – allerdings nur mit dem Namen des eigenen Unternehmens. Leider ist der ein ziemlich uninteressantes Keyword, wenn es darum geht, neue Kunden zu gewinnen. Wer die richtigen Suchbegriffe (= Keywords) finden will, erfährt hier, worauf es ankommt.

Mehr Klarheit zu Keywords, Suchbegriffen und Suchphrasen

Warum sich überhaupt mit Suchbegriffen abgeben? Nun, Suchbegriffe sind der Schlüssel zu den potenziellen Kunden, die Sie im Internet für sich gewinnen können.

Wenn ein Mensch bei Google oder Bing einen Begriff eingibt, der zu Ihrem Angebot passt, sollte Ihre Website in den Suchergebnissen erscheinen. Das klappt nur, wenn sie für diesen Suchbegriff optimiert ist.

Weil man seine Seite kaum für alle möglichen Begriffe optimieren kann, sollte man die Keywords mit maximaler Relevanz kennen. Und genau darum geht es bei der Recherche der richtigen Keywords.

Die richtige Strategie für die Keywordrecherche

Wie man am besten an die Keywordrecherche heran geht, hängt vom jeweiligen Ziel ab. Wenn ich z.B. einen neuen Blogartikel für mein eigenes Blog plane, sieht der Prozess anders aus als beim Erstellen des Konzepts für eine ganz neue Kundenwebsite.

Wir schauen uns hier das Vorgehen an, wenn eine Website neu erstellt werden soll oder der Relaunch einer Website ansteht.

Im ersten Fall wissen wir noch gar nichts Verwertbares über die richtigen Keywords für die Website.

Im zweiten Fall – dem Website-Relaunch – ist es erfahrungsgemäß hilfreich, so zu tun, als ob man nichts weiß. Denn Betriebsblindheit, die sich über Jahre aufbaut, ist gefährlich. Zudem ändern sich Märkte und Kundenbedürfnisse mit der Zeit. Also einfach Scheuklappen weg und unvoreingenommen an die scheinbar bekannten Keywords der Website gehen.

Wie gehen wir vor? In der ersten Phase sammeln wir zunächst ungefiltert alle Suchbegriffe, die sinnvoll erscheinen.

In der zweiten Phase wird überprüft, welche Suchworte davon überhaupt relevant sind. Werden die Keywords oft genug gesucht? Und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Suchenden zu Kunden werden? In dieser Phase werden wir uns von vielen in Phase 1 gefundenen Keywords wieder verabschieden.

In Phase 3 nutzen wir die Erkenntnisse aus Phase 2 um uns mit unserem neuen Wissen noch gezielter auf die Suche nach zusätzlichen passenden Keywords zu machen. Denn im Normalfall sprudeln sofort die Ideen, wenn man in Phase 2 erkannt hat, welche Keywords wirklich spannend sind.

In Phase 4 geht es noch mal ins Aussortieren und Verdichten. Im Prinzip Phase 2 reloaded.

In Phase 5 gleichen wir ab, ob Google für unsere Wunschkeywords die „richtigen Inhalte“ ausspielt. Das ist ein Indikator dafür, ob Keywords überhaupt zu Ihrem Angebot passen.

Und in der Phase 6 sortieren wir dann die Keywords nach ihrer Position in der Customer Journey. Customer Journey ist der typische Prozess vom Erleben eines Problems oder eines Bedarfs bis hin zum Kauf oder der Beauftragung. Während dieser Stationen wechselt das Informationsbedürfnis, eine erfolgreiche Website berücksichtigt das.

Und jetzt starten wir endlich mit der Praxis …

Schritt 1

Fangen Sie bei der Suche nach passenden Suchbegriffen in Ihrem Kopf an: Setzen Sie sich in einer ruhigen Stunde mit einem Blatt Papier hin und überlegen Sie, welche Keywords für Ihr Angebot relevant sein können.

Lösen Sie sich in dieser Phase von Ihrem Fachwissen. Ihre potenziellen Kunden kennen meist noch nicht die Begriffe für die Methode, die Sie anbieten. Oder die genauen Bezeichnungen für Dienstleistungen, Produktkategorien, Einzelprodukte.

Stattdessen werden häufig ganz allgemein Problemlösungen gesucht. Das ist zu Beginn der Beschäftigung mit einem Themenfeld nicht der „Bausachverständige“. Sondern beispielsweise „Beratung beim Hauskauf“.

Denken Sie bereits an Kombinationen von Suchbegriffen, die Ihr Angebot eindeutiger beschreiben. Also z.B. „Dienstleistung + Stadt“. Oder „Produktname + kaufen“.

Schritt 2

Fragen Sie Ihre Kunden, welche Suchbegriffe diese nutzen.

Achten Sie dabei auch auf „fachlich falsche“ Begriffe. Also Schraubenzieher statt Schraubendreher. Glühbirne statt Glühlampe. Rolltreppe statt Fahrtreppe.

Die richtigen Suchbegriffe sind die Begriffe, die Ihre potenziellen Kunden tatsächlich nutzen.

Schritt 3

Schauen Sie die Websites Ihrer wichtigen Wettbewerber im Internet an und notieren Sie Keywords, die Ihnen auffallen. Beispielsweise, weil sie in Überschriften genutzt werden oder fett geschrieben sind. Oder weil ein Keyword in den Texten besonders häufig vorkommen.

Wahrscheinlich haben Sie die meisten dieser Suchbegriffe und Suchwortkombinationen schon auf Ihrem Zettel stehen. Aber häufig findet man so doch noch das eine oder andere Suchwort.

Schritt 4

Nun starten Sie ein Keyword-Tool. Die meiner Meinung nach beste kostenlose Lösung zur Keyword-Suche ist der Google Keyword-Planer. Um ihn zu nutzen, benötigen Sie einen Google Ads-Account, den Sie für diesen Zweck kostenlos einrichten können.

Leider gibt der Keyword-Planer nur dann alle Detaildaten raus, wenn Sie sich mit einem Google-Konto einloggen, über das hohe Umsätze in Google Ads generiert werden. Sonst bekommt man beispielsweise statt der konkreten monatlichen durchschnittlichen Suchhäufigkeit nur ungefähre Korridore mit sehr grober Abstufung angezeigt. Aber dennoch ist die kostenlose Version als Keyword Tool immer noch recht hilfreich.

Sie starten mit der Option: „Neue Keywords entdecken“. Geben Sie bis zu 10 interessante Keywords von Ihrer Liste ein und klicken dann auf „Ergebnisse anzeigen“. Leider lässt sich hier keine komplette Liste hochladen.

Es werden anschließend weitere Ideen vorgeschlagen und auch jeweils eine ungefähre Suchhäufigkeit angegeben. Die vorgeschlagenen Keyword-Ideen können Sie sich als CSV-Datei herunterladen

Wenn die Keywordrecherche etwas kosten darf, lohnt sich ein Blick auf Sistrix oder XOVI. XOVI kostet zwar rund 99,- Euro jeden Monat, bietet aber auch über die Keywordrecherche hinaus eine Menge Nutzwert, wenn es darum geht, die eigenen Webseiten zu optimieren. Hier können Sie einen kostenlosen Zwei-Wochen-Test von XOVI starten, der dann einfach ausläuft, ohne dass Sie kündigen müssen.

In XOVI kann ich mir die Keywords und Positionen meiner Wettbewerber anzeigen lassen und die Listen nach Werten wie Suchhäufigkeit oder Wettbewerb sortieren. Zudem werden mir jeweils die Klickpreise bei Google Ads angezeigt. Die sind deshalb interessant, weil sie einen starken Hinweis darauf geben, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Keyword zahlende Kunden bringt.

Ihre Liste an Suchbegriffen wird nach diesen ganzen Schritten jetzt wahrscheinlich schon ziemlich lang sein und es wird Zeit, die ganzen Keywords zu bewerten. Also auf in Phase 2.

Schritt 5

Wir beginnen nun, die bisher gefundenen Keywords zu bewerten. Sie können dazu eine Software wie Sistrix oder XOVI nutzen, gut geeignet ist auch der Google Keywordplaner mit der Option „Suchvolumen und Prognosen abrufen“. Hier wird zu Ihrer Keywordliste – Sie können bei diesem Menüpunkt auch .csv-Dateien mit Keywordlisten hochladen – die Schaltung einer Google-Ads-Kampagne simuliert. Setzen Sie den „max. CPC“ gleich möglichst hoch, dann bekommen Sie bessere Ergebnisse.

Wichtig in den Ergebnissen ist der „durchschnittliche CPC“ (Cost per Click). So viel geben Wettbewerber tatsächlich bei Google-Ads für einen Klick bei der Suche nach diesem Keyword aus. Hohe CPCs sind ein Indikator für wirtschaftlich attraktive Suchbegriffe. Keywords, für die viel geboten wird, sind also meist Begriffe, mit denen sich Geld verdienen lässt.

Zweiter wichtiger Wert sind die Impressionen. Je höher, desto häufiger wird dieser Begriff in der Suchmaschine gesucht.

Verabschieden sollten Sie sich nach diesem Schritt von allen Suchworten, für die kaum etwas geboten wird und die auch fast niemand sucht.

Schritt 6

Ihre Liste ist jetzt wahrscheinlich deutlich kürzer geworden und Sie wissen, welche Suchbegriffe hoch attraktiv sind. Damit geht es jetzt in Phase 3.

Gerade die Einzelsuchworte, die auf der Hand liegen, haben natürlich alle anderen auch schon entdeckt. Entsprechend umkämpft sind diese und entsprechend viel Zeit und Geld müssen Sie in einen Neukunden stecken, den Sie über das Internet gewinnen wollen.

Deshalb machen Sie sich jetzt auf die Suche nach Ergänzungen, die zusammengesetzte Suchbegriffe entstehen lassen.

Beispiel: Wenn „Sportwagen“ ein interessanter Suchbegriff ist, dann fallen einem sofort mögliche Ergänzungen ein. „Sportwagen kaufen“, „Sportwagen leasen“, „gebrauchte Sportwagen kaufen“, „Sportwagen kaufen Berlin“ und so weiter.

Schreiben Sie alles auf, was Ihnen für Ihre Zielgruppe relevant erscheint.

Interessante Keywords können Sie nun auch bei Google eingeben und darauf achten, was Auto-Suggest vorschlägt. Diese Vorschläge sind häufig eingegebene Suchanfragen. Wir sehen: neben „Keywords“ wird auch häufig „Keywords finden“ gesucht. Das ist ein interessanter Aspekt, da er auf ein Bedürfnis einer Zielgruppe hinweist.

Suchbegriffe finden mit dem Keyword-Tool Google Suggest

Google Auto-Suggest, auch Autocomplete genannt, lässt sich durch Eingabe weiterer Begriffe sehr detailliert nutzen. Wir erfahren so, womit „Keyword finden“ häufig kombiniert wird.

Suchbegriffe finden mit Keyword-Tools: Google Autocomplete

Wenn Sie mit der Maus im Eingabefeld zwischen zwei Begriffe gehen und dort ein Leerzeichen quasi als Platzhalter für ergänzende Begriffe eingeben, zeigt Google entsprechende weitere Suchen an:

Suchbegriffe finden durch Auto-Vorschlag in der Google Suche

Interessant ist zudem, was unten auf der Suchergebnisseite bei „Ähnliche Anfragen zu …“ steht.

Ähnliche Suchanfragen zu Keywords finden

Schritt 7

Mit einem weiteren Tool verlängern Sie Ihre Liste an zusammengesetzten Suchbegriffen, den sogenannten Long-Tail-Keywords.

Dazu gehen Sie auf die Website keywordtool.io. In das Suchfeld dort geben Sie Suchbegriffe ein, um neue relevante Kombinationen zu finden. Es können einzelne Begriffe sein oder bereits Kombinationen. Genutzt wird dabei Google Autocomplete, siehe weiter oben. Leider werden einige Daten in der kostenlosen Version nicht angezeigt, der Nutzwert ist trotzdem gut.

Eine schöne Alternative ist Answer the public.

Ebenfalls interessant kann nun ein sogenanntes W-Fragen-Tool sein.

Schließlich lohnt auch ein Blick in AlsoAsked.com.

Im Normalfall werden Sie so eine Menge weiterer guter Suchphrasen finden.

Schritt 8

Auf in Phase 4: Erneutes Aussortieren und Verdichten.

Nutzen Sie mit den gewonnenen Erkenntnissen aus Phase 3 erneut den Google Keyword-Planer. Alle Keywords, die nicht genügend Relevanz haben, müssen raus. Sonst wird Ihre Liste immer länger und unübersichtlicher.

Schritt 9

Phase 5: Machen Sie jetzt den Realitätstest. Geben Sie die besonders interessanten Suchbegriffe direkt in das Google Suchfeld ein.

Wichtig ist dabei ein „sauberer“ Browser, der nicht verfälschte Ergebnisse auf Grund Ihrer Such-Historie liefert. Also entweder Browser zurücksetzen oder alternativ das „Google Ads Anzeigenvorschau- und Anzeigendiagnose-Tool“ nutzen. Hier können Sie auch die Suchregion einstellen, was oft sehr praktisch ist.

Wenn für den Suchbegriff im kostenlosen Listing Websites angezeigt werden, die etwas mit Ihrem Angebot zu tun haben, ist das ein gutes Signal. Es bedeutet aber gleichzeitig, dass Ihre Wettbewerber dieses Keyword auch schon entdeckt haben.

Machen Sie sich also schon mal auf einen gewissen Aufwand gefasst, um durch Suchmaschinenoptimierung nach vorne zu kommen.

Wenn für den Suchbegriff auch Adwords-Anzeigen geschaltet werden, die zu Ihrem Angebot passen, ist das ebenfalls ein gutes Signal für ein attraktives Keyword. Aber auch ein Indikator für entsprechend starken Wettbewerb.

Und wenn nur Seiten erscheinen, die gar nichts mit Ihrem Angebot zu tun haben? Dann ist das im Normalfall ein Indikator dafür, den Begriff von Ihrer Liste zu streichen.

Schritt 10

Phase 6: Sortieren Sie nun die gefundenen und erfolgreich überprüften Keywords nach der jeweils abgedeckten Phase im Kaufentscheidungsprozess.

Es gibt beispielsweise Suchbegriffe, die Personen verwenden, die noch in der allgemeinen Informationsphase sind und die möglichen Lösungen für ihr Problem noch nicht kennen. Beispiel: „schlechte Noten“

Andere Begriffe werden verwendet, wenn man sich schon etwas mehr auskennt und für eine Entscheidung verschiedene Optionen prüft. Beispiel „Test Nachhilfeanbieter“.

Und wieder andere Begriffe verwendet man, wenn man jetzt sofort kaufen oder einen Dienstleister beauftragen will. Beispiel „Nachhilfe Düsseldorf“.

Diese Strukturierung wird Ihnen dabei helfen, zu jedem Keyword später die Inhalte zu texten, die dem jeweiligen Bedürfnis der Zielpersonen entsprechen.

Die richtigen Keywords gefunden?

Natürlich sind diese 10 Schritte nur das Minimum fürs „Keywords-Finden“. Je nach Branche sind weitere Überlegungen nötig, die dann weitere Schritte ergeben können. Es gibt auch einige weitere Tools, die man sinnvoll einsetzen kann. Allerdings dann meist kostenpflichtig.

Doch eins ist sicher: Wenn Sie diese 10 Tipps fürs Finden der richtigen Suchbegriffe abgearbeitet haben, sind Sie den meisten Ihrer Wettbewerber bereits ganz weit voraus.

Wer schreibt hier?

Online-Marketingberater Michael BondzioMein Name ist Michael Bondzio, ich bin Konzeptioner, Texter und Marketingberater. Aus meiner über 20jährigen Tätigkeit für nationale sowie internationale Marken und Unternehmen aller Größenklassen habe ich jede Menge Erfahrungen, die ich in diesem Blog teile.

Den ersten professionellen Kontakt mit dem Internet hatte ich 1996 als Kreativdirektor, heute berate ich Selbständige sowie Management und Unternehmensleitung kleiner und mittelständischer Unternehmen zur automatisierten Neukundengewinnung über das Internet.

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