Wer mit seiner Website Kunden gewinnen will, muss wissen, ob die Site überhaupt dafür geeignet ist oder ob sie erst mal für die Kundenakquise tauglich gemacht werden muss. Aber wie erkennt man so etwas?

Hierzu gibt es zum einen Faktoren, die man mit etwas Erfahrung selbst auf der Website sehen und bewerten kann – ich rede hier von der Usability, von der Besucherführung, vom Einsatz geeigneter Marketinginstrumente.

Daneben gibt es aber verborgene Faktoren, die sich nicht so ohne weiteres erschließen. Und mit denen wollen wir uns hier befassen.

Wenn Sie mit Ihrer Website ernsthaft Kunden im Internet gewinnen wollen, müssen Sie mindestens diese drei Fragen jederzeit beantworten können:

  1. Wer sind die Besucher auf meiner Website?
  2. Was erwarten die Besucher auf meiner Website?
  3. Was tun die Besucher auf meiner Website?

Nun können Sie natürlich nicht jeden Besucher persönlich befragen. Sie können aber Software einsetzen, sogenannte Tracking-Tools oder Analyse-Tools.

Warum es ohne Tracking-Tool nicht geht

Ein Ausfall aller Instrumente bei Nacht ist für einen Piloten so ziemlich das Schlimmste, was passieren kann. Er weiß nicht, wie hoch er ist, wie schnell er fliegt, wo er landen kann. Er weiß überhaupt nichts und kann nur hoffen, dass er aus dieser Situation irgendwie heil rauskommt.

Auf diesem Niveau betreiben Sie Ihre Website, wenn Sie kein Tracking-Tool nutzen. Sie haben keinerlei Kontrolle und sind komplett abhängig von Zufällen, von Glück.

Wenn Sie also noch kein Webanalyse-System nutzen, wie übrigens erstaunlich viele Businesswebsites, dann installieren Sie noch heute eins.

Das können Sie über die Besucher Ihrer Homepage erfahren

Gute Analyse-Software liefert Ihnen unter anderem diese Informationen:

  • Über welche Suchbegriffe kommen Besucher auf Ihre Webseiten? Daraus lässt sich ableiten, welche Informationen sie auf der jeweiligen Webseite erwarten. Spannend ist das vor allem dann, wenn sich Abweichungen zu dem ergeben, was Sie eigentlich erwartet hätten.
  • Wer sind die Besucher? Das beginnt bei der lokalen Herkunft und geht bis zu Geschlecht, Altersgruppe und Interessensgebieten. Zudem können Sie etwas über die technische Ausrüstung Ihrer Besucher erfahren – ob diese Ihre Homepage also beispielsweise mit einem PC, einem Tablet oder einem Smartphone besuchen.
  • Wie bewegen sich die Besucher auf Ihrer Website? Steigen sie über die Homepage oder über eine Unterseite ein? Welche Links klicken sie? Wie lange beschäftigen sie sich mit den Inhalten? Auf welcher Seite verlassen sie Ihren Webauftritt?

Mit diesen Informationen sind Sie unter anderem in der Lage, für Ihre Besucher interessantere Inhalte zu bieten und deren Bewegung auf der Website in Ihrem Sinne zu steuern. Gegenüber Blindflug ist das doch schon mal eine deutliche Verbesserung, finden Sie nicht?

Welches Analysetool nutzen?

Da ich hier für kleine und mittelständische Unternehmen schreibe, werde ich aus meinen Empfehlungen die kostenpflichtigen Lösungen ausblenden.

Damit werden die Optionen leider sehr übersichtlich.

Dass es nur so wenig brauchbare kostenlose Analysetools gibt, ist eine recht neue Entwicklung. Denn bis vor nicht allzu langer Zeit übergab Google mit einer Suchanfrage das genutzte Keyword an Ihre Website. Dieses konnte dann von Software ausgewertet werden.

Aus Datenschutzgründen werden leider inzwischen bei sehr vielen Suchanfragen – bei mir sind es über 90 % – die Suchbegriffe nicht mehr übermittelt. Statt dessen liest man dann „not provided“ und darf rätseln, was sich dahinter verbergen könnte.

Das hat einige Analyseprogramme ziemlich nutzlos gemacht. Selbst Google Analytics hat dadurch an Nutzwert verloren.

Zum Glück kann man diese Einschränkungen teilweise umgehen. Dazu benutze ich inzwischen eine Kombination aus

1. Google Webmaster-Tools: https://www.google.com/webmasters/tools/home?hl=de

2. Google Analytics: https://www.google.de/intl/de/analytics/

3. Piwik: https://piwik.org/

Was bringen die Google Webmaster-Tools für Ihre Webpräsenz?

Die Webmaster-Tools liefern Ihnen grundsätzlich eine Menge wichtiger Informationen zu Ihrer Website. Das absolute Alleinstellungsmerkmal ist aber, dass Google ausschließlich hier noch offenlegt, mit welchen Suchworten Besucher auf welche Unterseite Ihrer Website finden. Sie finden diese Daten unter dem Menüpunkt „Suchanfragen“.

Die Webmaster-Tools sind also ein Muss.

Warum Google Analytics?

Um Zugang zu den Webmaster-Tools zu bekommen, muss man sich ein Google-Konto einrichten. Wer das dann hat, richtet sich am besten auch gleich noch Google Analytics ein.

Warum? Da Google Analytics mit den Webmaster-Tools zusammenarbeitet, erhöht man den Nutzwert für sich, wenn man beide anwendet.

Vom Funktionsumfang her ist Google Analytics als Webanalyse-Software absolut überzeugend, es gibt wenig, was man noch vermisst. Unter den kostenlosen Lösungen ist es sowieso einzigartig.

Warum auch noch Piwik nutzen?

Piwik hat gegenüber Google-Analytics ein herausragendes Feature: In einer Live-Ansicht sehe ich, was gerade auf meiner Website passiert und wie sich Besucher dort bewegen. Diese Daten kann ich über den Link „Detailliertes Besucher-Log anzeigen“ auch für frühere Zeitpunkte abrufen. Die Echtzeit-Ansicht von Google Analytics bietet dagegen wesentlich weniger Nutzwert.

Manche bevorzugen Piwik generell, da es in punkto Datenschutz besser dasteht. Zudem bearbeitet man seine Daten auf dem eigenen Server, es geht nichts Richtung Amerika.

Das ist zwar richtig. Seit Suchbegriffe aber nicht mehr übermittelt werden, halte ich Piwik als alleiniges Analysetool nicht für ausreichend. Und sobald man die Webmaster-Tools ergänzend nutzt, gibt man sowieso seine Daten an Google raus und kann dann auch gleich Google Analytics installieren …

Für alle, die es ganz genau wissen wollen: Crazy Egg

Google Analytics verrät Ihnen zwar, auf welche Seiten sich Ihre Besucher durchklicken und wie oft die einzelnen Links geklickt werden. Sobald es auf einer Seite mehrere Links zum selben Ziel gibt, erfahren Sie aber nicht, welcher Link ganz genau gewählt wurde. Das kommt beispielsweise dann vor, wenn es einen regulären Menüpunkt gibt und zusätzlich ein oder gar mehrere Call-to-Action-Elemente zur selben Seite. Das kann eine Verkaufsseite sein oder ein Shop oder Ihr Kontaktformular.

Wer die Klickraten auf seiner Website steigern möchte, muss solche Details genauer kennen. Und hier kommt Crazy Egg ins Spiel. Diese Software zeigt Ihnen ganz exakt an, wo wie oft auf Ihrer Website geklickt wird. Speziell vor einem Relaunch kann es hilfreich sein, auf diese Art zu überprüfen, wo Optimierungspotenzial liegt. Leider kostet Crazy Egg, es gibt aber die Möglichkeit, 30 Tage kostenlos zu testen.

Vorsicht: Besuchertracking ist ein Abmahn-Risiko

Da Tracking-Software Daten Ihrer Besucher erfasst, ist Datenschutz dabei ein ganz wichtiges Thema. Wenn Sie eine Abmahnung vermeiden möchten, sollten Sie deshalb die Tracking-Tools so einbinden, dass sie den datenschutzrechtlichen Vorschriften entsprechen.