Wirklich guter Webtext folgt anderen Kriterien, als die meisten denken. Ja, natürlich sollte man einen Text flüssig lesen können, eine passende Sprache ist wichtig, die Grammatik sollte stimmen. Das alles ist aber viel zu wenig, wenn das Wichtigste nicht stimmt: packender Inhalt, der den Leser mitnimmt.

Guter Webtext gibt nicht einfach wieder, was Sie tun

Wenn Sie sich auf Websites umsehen, werden Sie feststellen, dass Webtexte häufig vor allem Fakten wiedergeben: Wir sind eine Tischlerei. Wir bauen handwerklich herausragende Möbel und Inneneinrichtungen. Unser Anspruch ist besonders hoch.

Alles irgendwie nicht verkehrt. So ein Text gibt das wieder, was der Anbieter tut. Und erzählt auch ein ganz klein wenig über seinen Anspruch.

Allerdings überzeugt das nicht so richtig. Denn der Text behauptet nur, beweist aber nicht. Und deshalb packt so ein Webtext den Leser auch nicht.

Gute Webtexte drehen Behauptungen in Beweise

Behaupten vs. beweisen: was meine ich damit?

Nehmen wir einfach mal solch einen Satz, den man so ähnlich auf zahlreichen Websites lesen kann: „Als Tischlerei setzen wir für unsere Kunden höchste Ansprüche um“.

Diese Aussage ist letztlich eine Behauptung. Ich kann das glauben. Muss es aber nicht. Nicht nur Papier ist geduldig.

Dazu kommt, dass mich solch ein Satz auch nicht besonders berührt. Hat man einfach schon zu oft gelesen.

Wie wäre es alternativ hiermit: „Als Tischlerei sind wir nicht normal. Und unsere Kunden sind es auch nicht. Was uns noch vereint? Der hohe Anspruch an handwerkliche Raffinesse.“

Das ist natürlich deutlich länger. Aber es wird eher gelesen. Zudem liefert es über die bloße Behauptung hinaus auch Belege für den Wahrheitsgehalt des Gesagten.

Denn wer in einem Webtext schreibt: „Als Tischlerei sind wir nicht normal. Und unsere Kunden sind es auch nicht.“ hat bereits mit diesen zwei Sätzen bewiesen, dass er jenseits des Mainstream schwimmt.

Noch ein Beispiel für besseren Webtext

Schauen wir uns noch eine andere Website an. Ein Ingenieurbüro schreibt: „Auf Basis höchster Präzision und absolut termintreu bringen wir auch kurzfristige Entwicklungsaufträge unserer Kunden zu überzeugenden Ergebnissen. Denn für bessere Ideen gehen wir die Extra-Meile.“

Auch hier gilt: Kann man so schreiben, überzeugt aber nicht wirklich.

Ist eben nur behauptet. Wenn ich das Unternehmen noch nicht kenne, muss ich es glauben oder lasse es.

Wie könnte eine Alternative aussehen? „Für andere ist es nur ein Drehteil. Für uns kann es auch mal der Grund für einen ausgefallenen Sonntag sein. Und dafür, den Tisch im Konferenzraum über Tage hinweg mit zig Wettbewerber-Drehteilen zu belegen. Auf der Suche nach der Verbesserungsidee, mit der wir unseren Kunden überraschen können.“

Schon anders, oder? Obwohl es im Kern ums selbe Thema geht, wirkt diese Schilderung sehr viel lebendiger und man geht als Leser richtig mit.

Auch Ihre Webtexte haben noch viel Potenzial

Jetzt wird’s gemein: Drucken Sie Ihre Webtexte aus und gehen Sie dann kritisch durch. Streichen Sie jeden Satz rot an, von dem Sie denken, dass Sie so etwas ähnliches schon zu oft gelesen haben. Außerdem jede Formulierung, die eine Behauptung ist, die sich nicht selbst beweist, die man eben glauben kann oder auch nicht.

Sie sehen rot? Kein Problem: Auch Ihre Webtexte lassen sich ganz sicher viel überzeugender schreiben. Wenn Sie die eingefahrenen Pfade verlassen und das schreiben, was nicht jeder schreibt.